Cremona: Von der österreichischen Herrschaft bis heute

Nach dem spanischen Erbfolgekrieg ging der damalige Staat von Mailand 1707 von den spanischen Habsburgern an die österreichischen Habsburger über: So begann die Zeit der österreichischen Herrschaft, die mit Ausnahme der französischen Besatzung in den Jahren 1796 bis 1814 bis zur Einheit Italiens im Jahr 1859 andauerte.

Die wichtigste Errungenschaft der österreichischen Herrschaft war die Entwicklung einer neuen Steuerregelung in der Lombardei, das sogenannte Kataster, die ab dem Jahr 1718 begann und im Jahre 1760 in Kraft trat. Im Jahre 1773 gab es eine weitere bedeutende Reform, die Abschaffung der mittelalterlichen Zünfte. All diese Reformen erzeugten positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. Dank der Reformen konnte sich die Wirtschaft erholen und wieder zu Wohlstand gelangen. In diesem neuen positiven Umfeld eröffnete in Cremona am 26. Dezember 1747 das erste echte Theater, welches gleichzeitig das dritte Opernhaus in Italien war, und im Jahre 1780 erfolgte die Einrichtung der öffentlichen Bibliothek. Darüber hinaus begann die Stadt seit dem Ende des achtzehnten Jahrhunderts sein Gesicht zu ändern mit der Schließung von Kirchen und Klöstern und der anschließenden Beschlagnahmung ihrer Güter sowie der allmählichen Abtragung der Verteidigungsmauer.

Die Transformation der Stadt ging weiter im neunzehnten Jahrhundert mit dem Umbau der Privathäuser im neuklassizistischen Stil, mit der Neuordnung der städtischen Gebäude und  im Jahre 1816 mit der Errichtung einer öffentlichen Beleuchtung durch Petroleumlampen. Die Restaurierung von 1814 beendete die zwei Jahrzehnte dauernde französische Besetzung- Die österreichische Herrschaft kehrte zurück, wurde jedoch mit dem Unabhängigkeitskrieg von 1859, der die Monarchie der Savoyer nach Mailand brachte, beendet.

Im Jahr 1922 bemächtige sich die faschistische Partei aller Stadtverwaltungen der Region um Cremona; in Cremona selbst war Roberto Farinacci, der Gründer der faschistischen Bewegung, eingezogen und ermächtigte sich ihrer. Die faschistische Partei beherrschte das politische und wirtschaftliche Leben Cremonas bis 1945. Während des Faschismus wurden die Häuser und die Werkstätte neben dem Dom abgerissen, damit man einen besseren umfassenden Blick auf die Kirche haben konnte – und so präsentiert sich der Dom auch heute noch. Auch ein Teil des Stadtzentrums wurde durch das Abreißen von Gebäuden radikal verändert, neue öffentliche und private Gebäude wurden gebaut.Cremona_centro

Nach dem Krieg wurde eine Einrichtung gegründet mit dem Zweck, die alten Traditionen Cremonas, insbesondere in der Landwirtschaft und in der Züchtung, wieder aufzunehmen und zu beleben. 1965 gründete man dann eine Körperschaft für Messeveranstaltungen, die seit 2003 unter dem Namen CremonaFiere SpA tätig ist. Damit wurde der Grundstein gelegt für nationale Messen und gleichzeitig ein Anziehungspunkt für die  Landwirtschaft und Viehzucht in Italien und Europa. Mittlerweile finden hier aber auch Messen anderer Thematiken statt, insbesondere ist auf die international hoch beachtete jährlich stattfindende „Mondomusica“ hinzuweisen, die zunehmend internationale Aussteller und Besucher anzieht.

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