Erdbeben in Italien – Hilfe mit Spaghetti Amatriciana

Alle haben wir in dieser Woche von dem Erdbeben gelesen, das Italien und den betroffenen Familien so viel Leid beschert hat. Es erschüttert wohl jeden, der die Bilder sieht von den eingestürzten Gebäuden, dem Schutt und den Menschen, die nun kein Dach mehr über dem Kopf haben.  Amatrice_-_Corso

Der wunderschöne, mittelalterliche Ort Amatrice existiert quasi nicht mehr. Und auch von seinen Nachbarorten sind große Teile vollständig zerstört.

In diesen Tagen ist die Aufmerksamkeit und die Hilfsbereitschaft groß. Aber es muss so weitergehen, um die zerstörten Dörfer wieder aufzubauen und den Menschen, die überlebt haben, wieder ein Zuhause zu geben. Denn diese Menschen haben viele ihrer Verwandten und Freunde verloren, aber eben auch ihr ganzes Hab und Gut. Es ist kaum vorstellbar, aber sie müssen ganz von vorn anfangen.

Auch in Deutschland können wir mithelfen.

Wie viele von uns lieben Italien, seine Kultur, seine hübschen Orte mit der reichhaltigen Geschichte, dem guten Essen und verbringen gerne dort ihren Urlaub.  Helfen wir mit!

Amatriciana dtEs ist eine Initiative in Italien entstanden, an der sich innerhalb von 24 Stunden bereits 200 Restaurants beteiligen. Die Idee besteht darin, für Italien zu essen. Sprich, für jedes bestellte Gericht „Spaghetti all’Amatriciana“ oder auch die Pizza Amatriciana gehen Euro 2,00 als Spende an das Rote Kreuz in Italien. Das berühmte Gericht wurde eben genau in dem nun zerstörten Ort Amatrice erfunden.

Auf der Facebook-Seite der Initiative „AMAtriciana“ findet man eine Karte mit allen teilnehmenden Restaurants und auch Flyer in fünf Sprachen.

Essen wir für eine gute Sache!

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Es wäre schön, wenn sich alle Restaurant-besitzer, die diesen Artikel lesen, an der Initiative beteiligen würden, und alle anderen Leser, ihre Lieblingsrestaurants auf diese Initiative hin-weisen würden.

Solidarität und Liebe sind in diesen Tagen die wichtigsten Werte, die wir haben und sie können uns von keinem Naturereignis oder terroristischem Anschlag genommen werden. Das ist die Sicherheit, die bleibt.

Essen wir für Italien!

Danke und Guten Appetit!

Spaghetti Amatriciana

Amatriciana en

Amatriciana es Amatriciana fr

Amatriciana it

Superio – Musik aus Cremona

Bisher habe ich sozusagen immer im Vorbeigehen über Musik, Sänger, Gruppen geschrieben, eben weil ich ja berichten möchte, was sich in Cremona so tut und Anregungen geben möchte für einen eventuellen Kurzurlaub. Aber diesmal möchte ich einer Band einen einzelnen Beitrag widmen, weil mich ihre Musik einfach sofort berührt hat. Aber ich fange mal von Anfang an.

Im Rahmen des „Porte Aperte Festivals“ in Cremona hatte auch die Band „Superio“ einen Auftritt und zwar im offenen Cortile Federico II am Sonntagabend. Nach einem kulturellen Sonntagnachmittag mit interessanten Lesungen und Beiträgen, dachte ich mir, ich setze mich mal kurz hin und höre mir das erste Stück an – ohne Erwartungen.

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Tja, und dann war ich einfach nur überrascht, was für gute und professionelle Musik ich zu hören bekam. Vor allem waren es eigene Lieder, von den Bandmitgliedern selbst geschrieben. Also Lieder, die ich zum ersten Mal hörte. Und was ich hörte, gefiel mir sehr. Es war ein guter Mix aus italienischer Melodie und internationalem Rockpop.

So gratulierte ich den Jungs nach dem Konzert und kaufte natürlich auch ihre neue CD „La conquista del Vietnam“, auf der die Lieder des Konzerts enthalten sind. Superio CDIch war mit meiner Begeisterung nicht allein. Abgesehen von den italienischen Fans, war auch ein Amerikaner anwesend, der genauso begeistert war wie ich und das auch zum Ausdruck brachte. Also internationales Publikum und internationaler Geschmack.

Im Gespräch erfuhr ich dann, dass es sich um drei waschechte Cremonesen handelt. Superio, das sind der Sänger und Bassist Lorenzo Biagiarelli, der Gitarrist Giacomo Ruggeri und sein Bruder Tommaso Ruggeri am Schlagzeug. Die drei spielen schon seit 2001 zusammen. Die Familien wohnten 50 Meter auseinander und so war regelmäßiges Proben kein Problem.

Superio ist in der Musikszene Cremonas durchaus sehr bekannt und präsent. Nur mir waren sie bisher nicht aufgefallen, was definitiv ein Versäumnis ist. Schließlich gewannen sie bereits den Titel „Band of the Year TMF 2013“ und einen Distributionsvertrag mit Universal Music. Leider haben Superio trotz allen Erfolgs es noch nicht geschafft, im Radio oder in den Musiksendern im TV gespielt zu werden und somit ein breites Publikum zu erreichen. Das ist schade, da ihre Musik eine Bereicherung wäre. Aber es fehlt ihnen noch ein guter Manager mit den nötigen Kontakten.

So, jetzt aber genug der Worte. Es folgt ein kleiner Konzertmitschnitt:

Natürlich ist Musik auch immer Geschmacksache und es wird nicht jedem Leser gefallen. Meinen Geschmack haben die Jungs jedenfalls getroffen. Und wenn ich ein wenig dazu beitragen konnte, dass ihre Musik bekannter wird, würde ich mich sehr freuen. Schließlich gibt es genug „Superstars“, die ohne gute Autoren und Promotoren aufgeschmissen wären. Da muss man einfach die wirklichen Musiker und Poeten unterstützen und es allen weitererzählen. Ich könnte mir Superio auch durchaus gut auf einer deutschen Bühne vorstellen ….

Porte Aperte Festival in Cremona

Cremona hat dieses Jahr mit dem „Porte Aperte Festival“ („offene Türen“) ein großes Angebot an Lesungen und Workshops mit Autoren und Poeten, Ausstellungen sowie Konzerten auf die Beine gestellt. Die vielen verschiedenen Veranstaltungen im kleinen Rahmen sollten die Besucher anregen, zu lesen, sich mit Literatur, Poesie und Musik auseinanderzusetzen und selbst kreativ zu werden. Das Programm war so reichhaltig, dass man sich schon rauspicken musste, was für einen selbst am wichtigsten erschien.

Wer zumindest einen optischen Eindruck der vielen Veranstaltungen haben möchte, kann diesen am besten auf der Facebook-Seite von Porte Aperte Festival bekommen. „Porte Aperte“ waren es auch, da viele Veranstaltungen an den ehemaligen Stadttoren Cremonas stattfanden. Aber auch einige historische Palazzi öffneten ihre Tore für die Veranstaltungen. Das ist dann immer ein doppeltes Erlebnis: Den Innenhof eines Palazzos sehen und die eigentliche Veranstaltung.

Ein Wiedersehen gab es bei diesem Festival mit einem Trio cremonesischer Studenten: MalaTempúra. Ihnen bin ich bei meinem Weihnachtsspaziergang in 2014 schon einmal begegnet.

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Der Perkussionist, der eigentlich Pianist ist, kommt aus Aquila in den Abruzzen, der Gitarist aus Mailand und der Saxophonist aus Ragusa in Sizilien. Alle drei studieren und wohnen in Cremona und sind extrem vielseitig in ihrem Musikrepertoire, sei es Jazz, Klezmer, Folk, Pop etc. Sie lassen und wollen sich nicht in Schubladen einordnen lassen.

Diesmal hatte MalaTempùra aber eine besondere Rolle. Sie spielten sozusagen „Rattenfänger von Hameln“. Denn sie brachten am Samstag die Besucher eines Veranstaltungsortes zum nächsten Veranstaltungsort des „Porte Aperte Festivals“ mit ihrer Musikbegleitung. Das ist wahre Straßenmusik. Da war es auch sehr hilfreich, dass das Sopransaxophon so handlich ist. Wie man auf dem Foto sehen kann, hat es nicht, wie üblich, eine gestreckte Form, sondern es ist ein gebogenes Modell. Sieht man auch nicht alle Tage. Damit das aber nicht nur ein theoretischer Diskurs ist, hier nun ihre Version des berühmten „Lemon Tree“

A la prossima – wie man in Italien sagt -, bis zum nächsten Mal …

Am Sonntag gab es dann eine andere Art von „Rattenfängern“. Ein Trio, dass mit mittelalterlichen Klängen auf sich aufmerksam machte. Und auf ihre Art das interessierte Publikum zum nächsten Veranstaltungsort führte.

Es ist Cremona mal wieder gelungen, für jeden Geschmack im kulturellen Sektor etwas zu bieten. Über ein Konzert im Rahmen des Festivals, was mir besonders gefallen hat, berichte ich in meinem nächsten Beitrag.

Erfreue Dich an der Schönheit Italiens und entdecke neue Reiseziele