„Back to School!“ Fabrizio de André

Musikförderung auf hohem Niveau: Das ist die Bildungsinitiative „Back to School„, die in diesem Jahr zum zehnten Mal in Cremona stattfand.

Die Stadt Cremona fördert dieses Projekt zusammen mit der Musikschule Centro Musica „Il Cascinetto“ und der Stiftung des Theaters Ponchielli. Kostenlos teilnehmen können alle Schüler unter 18 Jahren der weiterführenden Schulen. Sie präsentieren ihr Können in einem Workshop vor Lehrern der nationalen Musikszene, die letztendlich die besten Schüler auswählen und die eigentliche Band zusammenstellen, mit der sie dann die Musikstücke erarbeiten, die in einem Konzert der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Besondere an diesem Projekt erscheint mir, dass hier nicht nur Musiklehrer beteiligt sind, sondern wirkliche Größen der italienischen Musikszene sich um den Nachwuchs kümmern, mit ihm üben, ihre Erfahrungen weitergeben und ihn ein bisschen vom Bühnenflair und dem Musikalltag in der Praxis spüren lassen.

Zum 10jährigen suchte man natürlich etwas Besonderes. Die Wahl konnte nur auf einen der wichtigsten Songwriter und italienischen Poeten aller Zeiten fallen: Fabrizio De André. de andre2Und um so ein Event eben auch entsprechend authentisch umzusetzen, fragte man Franz di Cioccio, ob er bereit sei, die Leitung zu übernehmen und mit den Schülern die Stücke zu erarbeiten.

Franz di Cioccio, CioccioJahrgang 1946, ist einer der Gründer, Schlagzeuger und Sänger der Gruppe „Premiata Forneria Marconi„, kurz „PFM„. Eben mit dieser Band hat er Fabrizio De André 1978 auf einer Tour begleitet, deren Erfolge auf einem Live-Doppelalbum festgehalten wurden. Diese Platten PFMhaben Kultstatus.

Die Progressiv-Rockband PFM feierte insbesondere in den 70er Jahren auch internationale Erfolge, überwiegend in USA und Großbritannien.

Di Cioccio kannte De André aber schon von früher. Die beiden haben viel zusammen erlebt und Di Cioccio gab zwischen den Aufführungen der Schulband auch einige Anekdoten zum Besten. Ein klein wenig provokant war auch die Aussage, dass er niemals zur Schule  (hier meinte er wohl Musikschule) gegangen ist, da er Autodidakt sei, aber es ihn reizte, nun diese Erfahrung nachzuholen, daher habe er die Leitung dieses Projektes übernommen. Man merkte ihm die Begeisterung und Energie des Musikmachens noch immer an und der Funken sprang auch auf die Schüler über, die wirklich eine gelungene Leistung ablieferten.

Die 17köpfige Schulband wurde aber auch noch von anderen Dozenten betreut, u. a. von Mattia Tedesco und Giulia Dagani. Die beiden Cremonesen konnte man im letzten Sommer live erleben.  Zu ihnen findet man in meinem Artikel „Der Donnerstag im Sommer in Cremona 2“ Näheres.

Hier eine kleine Kostprobe des Abschlusskonzertes mit einem der wohl bekanntesten Lieder Fabrizio de Andrés „Andrea“:

Und wer Lust hat, kann sich danach noch das Original anschauen. Fabrizio de André auf Tournee mit PFM, deren Schlagzeuger und Sänger Franz di Cioccio war. Einen Unterschied bildet natürlich die Geige, die im Original nicht zu finden ist, aber in einer Stadt wie Cremona bei einer Interpretation einfach nicht fehlen darf.

 

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